Glaubensfragen
Antworten auf Fragen zum christlichen Glauben

Großputz im eigenen Leben

Am Ostermontag war in unserem Haus Großputz angesagt. Wir hatten die Kinder schon darauf vorbereit – jeder musste helfen! Nach dem Frühstück ging es los. Layna zog mit dem Staubsauber los, ich nahm die Böden feucht auf, Petra kümmerte sich um die Bäder und Lamare putze die Fensterscheiben. Ich liebe es, wenn daheim alles sauber ist. Und der letzte Osterfeiertag erscheint mir auch in einem übertragenen Sinne sehr gut geeignet für einen Großputz.

Denn durch seine Auferstehung von den Toten hat uns Jesus alles gegeben, was wir zum Leben brauchen (2Pe1,3). Wir haben die Vergebung der Sünden. Wir haben die Kraft des Heiligen Geistes. Wir haben einen klaren Auftrag. Und mit dem allen haben wir die Möglichkeit erhalten, ein Leben im Sieg zu führen (1Joh5,4-5). Übertragen gesprochen: Jesus hat unser Leben tiptop aufgeräumt. Doch fürs Putzen bist du zuständig!

Als wir in unser neues Haus eingezogen sind, war es zuvor professionell gereinigt worden. Doch dieser Zustand dauerte nicht lange an. Schon nach kurzer Zeit, mussten wir aktiv werden und die ersten Dinge säubern. Als Christen haben wir von Jesus die perfekte Grundlage für ein Leben in Freude, Liebe und Kraft bekommen. Doch wir müssen dafür Sorge tragen, dass dieser Zustand so bleibt. Ich spreche hier nicht davon, dass Christen ihr Heil verlieren könnten. Ich spreche davon, dass Christen ihre Freude, ihre Liebe und ihre Kraft verlieren können.

In Bezug auf die Ewigkeit ist das „Sündenproblem“ seit Ostern gelöst. Doch in Bezug auf unser Leben hier und jetzt müssen wir darauf achten, dass wir nicht von irgendwelchen unnötigen Lasten, Sünden oder Sorgen behindert werden (Heb12,1).

Nach dem Frühstück „knistert“ es in unserer Küche manchmal unter den Füssen. Das „Knistern“ kommt von den kleinen Körnchen und Brotsplittern, die sich beim Brotschneiden lösen und auf den Boden fallen. Petra mag es gar nicht, wenn sie dieses Geräusch unter ihren Füssen hört. Sobald es anfängt zu „knistern“ holt sie die Staubsauger hervor und löst das Problem.

Ich finde es gut, dass meine Frau jedes „Knistern“ so zügig beseitigt. Denn man kann sich schnell daran gewöhnen, dass die Dinge nicht optimal sind. Wer längere Zeit nicht sauber macht, der gewöhnt sich daran, im Dreck zu leben. Das gilt auch für eine Leben als Christ. Man kann sich daran gewöhnen, mit Sorgen zu leben. Man kann sich daran gewöhnen, mit Sünden zu leben. Man kann sich daran gewöhnen, ohne Berufung zu leben. Man kann sich daran gewöhnen, ohne Kraft zu leben usw. Genau darum ist es wichtig, sein Leben regelmäßig zu reinigen. Die Bibel benutzt für solch einen geistlichen Putzeinsatz das Wort „Heiligung“. Der Autor vom Hebräerbrief schreibt: „Jagt nach … der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird.“ (Heb12,14). Und Jesus hat gesagt: „Glücklich sind diejenigen, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.“ (Mt5,8).

Die Formulierungen „den Herrn sehen“ und „Gott schauen“ beziehen sich nicht auf die Zukunft, sondern aufs hier und jetzt. Wir müssen verstehen: Heiligung hat nichts mit dem Himmel zu tun. Heiligung hat etwas mit unserem Leben hier auf der Erde zu tun. Wenn wir schon hier in einer engen, kraftvollen und intensiven Beziehung mit Gott unterwegs sein möchten, dann werden wir nicht um einen regelmäßigen geistlichen Großputz herumkommen. Ein Leben in Heiligung ist der Schlüssel zu einem Leben in Freude, Liebe und Kraft.