Glaubensfragen
Antworten auf Fragen zum christlichen Glauben

Mit Jesus ist alles möglich (Mk6,30-44)

Hast du Sehnsucht danach, mehr von der übernatürlichen Kraft Gottes in deinem Leben zu erleben? Wenn ja, dann wirst du im folgenden Bibeltext einige gute Impulse bekommen, wie du dieser Wunsch in deinem Leben Wirklichkeit werden kann:

… als Jesus ausstieg, sah er eine große Volksmenge; und er hatte Erbarmen mit ihnen, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing an, sie vieles zu lehren. Und als nun der Tag fast vergangen war, traten seine Jünger zu ihm und sagten: Dieser Ort ist einsam, und der Tag ist fast vergangen. Entlasse sie, damit sie in die Höfe und Dörfer ringsumher gehen und sich Brot kaufen; denn sie haben nichts zu essen. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Und sie sprachen zu ihm: Sollen wir hingehen und für 200 Denare Brot kaufen und ihnen zu essen geben? Er aber sprach zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht hin und seht nach! Und als sie es erkundet hatten, sprachen sie: Fünf, und zwei Fische. Und er befahl ihnen, dass sich alle in Gruppen ins grüne Gras setzen sollten. Und sie setzten sich gruppenweise, zu hundert und zu fünfzig. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und dankte, brach die Brote und gab sie seinen Jüngern, damit sie ihnen austeilten; auch die zwei Fische teilte er unter alle. Und sie aßen alle und wurden satt. Und sie hoben zwölf Körbe voll an Brocken auf, und auch von den Fischen. Und die, welche die Brote gegessen hatten, waren etwa 5 000 Männer. Mk6,30-44

Wieso stellt Jesus seinen Jüngern so eine unmögliche Aufgabe? Ich glaube, dass die Antwort lautet: Er wollte ihnen zeigen, dass mit ihm nichts unmöglich ist. Jesus wusste natürlich, dass seine Jünger allein niemals in der Lage waren, die vielen tausend Personen mit Essen zu versorgen. Aber genau darum forderte er sie ja heraus: Er wollte, dass sie begriffen, was für eine Vollmacht sie hatten, wenn sie ihn seinem Auftrag unterwegs waren. Kurz zuvor hatte er ihnen diese Vollmacht schon auf eine andere Art gezeigt. In Mk6,7-13 lesen wir, dass Jesus seinen Jünger die Vollmacht gab, Krankheiten zu heilen und Dämonen auszutreiben. In dieser Geschichte ging es nun darum zu lernen, dass man als Jünger von Jesus auch in anderen Bereichen des Lebens Wunder erleben kann, wenn man im Willen Gottes handelt.

Es ist interessant zu lesen, wie Jesus vorgeht. Bevor er nämlich übernatürlich eingreift, wollte er von seinen Jüngern zuerst, dass sie bringen, was sie haben. Daraus wird für mich deutlich, dass Jesus nicht einfach so in unserem Leben handelt. Er möchte, dass wir unseren Beitrag leisten, bevor er auffüllt, was uns an Möglichkeiten fehlt. Konkret bedeutet das: Bevor wir erleben, dass Menschen gesund werden, müssen wir anfangen, mutig für Kranke zu beten (Und nicht aufhören, wenn erst einmal nichts passiert). Bevor wir erleben, dass der Heilige Geist uns Wachstum und Liebe schenkt, müssen wir zuerst damit anfangen, unsere Zeit in ihn zu investieren. Bevor wir erleben, dass unsere Gemeinde aufblüht , müssen wir zuerst anfangen, uns vor Gott zu demütigen und zuzugeben, dass wir es aus eigener Kraft nicht geschafft haben. Mit Jesus ist nichts unmöglich. Aber bevor er seinen Teil hinzu tut, müssen wir zuerst bringen, was wir an Möglichkeiten haben bzw. zugeben, dass wir nichts beitragen können. 

Überaus spannend ist, wie es danach weitergeht. Jahrelang habe ich geglaubt, dass Jesus die fünf Brote und zwei Fische während seines Gebets vermehrt und den Jüngern anschließend die Hände gefüllt hätte. Doch durch eine Predigt von John Wimber wurde mir bewusst, dass das gar nicht stimmt. Markus schreibt nämlich, dass Jesus seinen Jünger die fünf Brote und zwei Fische wieder zurück gegeben hat. Jeder der 12 Jünger wurde also mit einem winzig kleinen Stückchen Brot und einem noch kleineren Stückchen Fisch zu den Menschen geschickt. Ich kann mir kaum vorstellen, mit welcher Anspannung Petrus, Johannes und die anderen Jünger zu den vielen tausend Menschen gegangen sind. Erst in dem Moment, wo sie anfingen, das Wenige in ihren Händen auszuteilen, geschah das Wunder. Während die Jünger verteilten vermehrte sich das Essen in ihren Händen.

Für mich wurde diese neue Erkenntnis zu einer unglaublich starken Lektion. Es reicht  nicht aus, Jesus seine Fähigkeiten nur zur Verfügung zu stellen. Das Wunder der Vermehrung wird erst dann sichtbare, wenn wir bereit sind, unser Weniges mutig mit anderen zu teilen. Ich möchte darum ganz neu anfangen, die Dinge zu tun, von denen ich den Eindruck habe, dass Gott sie von mir möchte. Ich will meine Predigten von Jesus segnen lassen und dann vertrauen, dass der Heilige Geist damit etwas bewirkt. Ich will meine Seelsorge von Jesus segnen lassen, und dann vertrauen, dass der Heilige Geist damit Menschen weiterbringt. Ich will meine Eindrücke von Jesus segnen lassen, und dann vertrauen, dass Heilige Geist dadurch zu Menschen spricht. Ich will meine Sehnsucht dann Zeichen und Wundern von Jesus segnen lassen, und dann vertrauen, dass der Heilige Geist mich zu den Menschen führt, die er heilen, überführen oder zu Jesus bringen möchte,