Glaubensfragen
Antworten auf Fragen zum christlichen Glauben

Schlüssel zu einem Leben in Herrlichkeit (Kol3,1-3

In den letzten Jahren hat mir der Heilige Geist eine neue Wahrheit aufgeschlossen: Je länger je mehr sehe ich, dass das Neue Testament mindestens so viele Herrlichkeiten für dieses Leben verheißt, wie für unsere Zukunft im Himmel. Seit der Auferstehung von Jesus bietet uns Gott schon jetzt ein Leben in Kraft an. Wir haben durch unsere Widergeburt eine „Anzahlung auf unser zukünftiges Erbe“ bekommen, die wir erleben dürfen (z.B. Eph1,14). Neulich bin ich auf einen Text gestoßen, der all das gut verdeutlicht. Ich probiere, die Verse so einfach wie möglich zu erklären. Es braucht aber schon ein wenig Einsatz, um die Zusammenhänge zu verinnerlichen:

Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht das, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist; denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Wenn der Christus, unser Leben, offenbar werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit. Kolosser 3:1-4

Jeder Gläubige ist „mit Christus auferweckt worden“. Damit hat er die zukünftige Herrlichkeit des Himmels sicher. Doch was können wir in der Zwischenzeit tun? Paulus schreibt: „Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.“ Wir haben also zwei Möglichkeiten (1) Entweder wir warten auf den Himmel und probieren die Zwischenzeit so gut wie möglich zu überbrücken. (2) Oder wir fangen JETZT SCHON an, dass zu suchen, was der Himmel für uns an Herrlichkeiten bereithält.

Die Formulierung „euer Leben ist verborgen mit Christus“ ist megaspannend. Etwas freier könnte man übersetzen: Jesus kaschiert alles, was du früher mal warst. Wenn man dich ansieht, erkennt man nur noch Jesus. Konkret: Als Christ bist du nicht mehr wie früher, auch wenn es sich für dich vielleicht noch so anfühlt. Durch deine Widergeburt wirkt die ganze Fülle Jesu in dir (Kol2,9-10). Damit kannst du so leben, wie er es getan hat (1Pe2,21).

Genau das steht dann auch im letzten Satz von diesem Abschnitt: „Wenn Jesus offenbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit.“  Es geht in diesem Satz nicht darum, dass du eines Tages in den Himmel kommst. Paulus beschreibt hier die Folgen davon, wenn ein Christen „nach dem Trachten, was droben ist.“ Konkret: In dem Maße, wie Jesus in deinem Leben offenbar werden darf, wirst du seine Herrlichkeit in deinem Leben erfahren!

Das ist eine unglaubliche Verheißung: Wir können und sollen Leben wie Jesus: Wir sollen dieselben Beziehung zum Vater im Himmel haben wir er. Wir sollen dieselben Zeichen und Wunder tun wie er. Wir sollen Menschen ins Reich Gottes holen wie er. Das ist auch der Grund, wieso Jesus zu Lebzeiten verheißen hat, dass wir „dieselben und größere Werke tun werden wie er“ (Joh14,12).

Jeder Christ ist ein Christus, der in seinem Umfeld dieselben Dinge tut, die Jesus vor 2000 Jahren getan hat. Damals war Jesus allein. Als er zurück ging in den Himmel hatte er sich auf ca. 120 Personen vervielfacht (Apg1,15). Kurze Zeit später hatte sich die Zahl vertausendfacht (Apg1,41). Und heute sind Millionen Christusse unterwegs, die in der Kraft des Himmels weiterführen, was uns in den vier Evangelien beschrieben wird.

Es ist wohl so: Nicht alle Christen leben wie Christus. Aber jeder neue Tag ist eine neue Chance „Christus in unserem Leben offenbar werden zu lassen“ (Kol3,4). Im weiteren Verlauf des Kolosserbriefes stehen konkrete Anweisungen, wie das praktisch geschehen kann (Kol3,5-17). Ich möchte dich ermutigen, diese Verse zu studieren, damit die Herrlichkeit von Jesus durchbrechen darf.

Noch ein Wort zum Schluss: Viele Christen verstehen die biblischen Worte vor allem als Apell. Das führt dazu, dass man sich aus eigener Kraft abmüht, die Worte Gottes zu befolgen. Doch wie gut, dass wir nicht mehr „unter dem Gesetz“ leben.  Für uns im neuen Bund gilt folgendes: Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat … wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Römer 8:31-32

Gott ist für uns! Er weiß, dass wir aus eigener Kraft nicht in der Lage zu dauerhafter Veränderung sind. Darum hat er uns seinen Geist geschenkt. Der soll in uns die notwendigen Anpassungen bewirkt. Genau so steht es im Wort Gottes: Der Herr aber ist der Geist; und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Wir alle aber, indem wir … die Herrlichkeit des Herrn anschauen … werden verwandelt in dasselbe Bild … vom Geist des Herrn. 2. Korinther 3:17-18

Wir dürfen in der Freiheit leben, die uns als Kinder Gottes zusteht. Ein Leben wie Christus ist kein Krampf. Alles, was wir tun müssen, ist die Herrlichkeit des Herrn anzuschauen. Dann werden wir vom Heiligen Geist verwandelt werden in dasselbe Bild. In diesem Text habe ich probiert, einen kleinen Vorgeschmack auf diese Herrlichkeit zu geben. Jeder von uns darf jeden Tag entscheiden, wie viel mehr er davon hier und heute erleben möchte.