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Wie finde ich die Berufung für mein Leben? (Mk1,1-8)

In Eph2,10 können wir lesen, dass Gott für jeden Christen ganz konkrete Werke vorbereitet hat. In Rö8,30 steht, dass jeder Christ zu einem bestimmten Dienst berufen ist. Doch woher weiß ich, welche Werke für von Gott mich vorbereitet worden sind? Wie erfahre ich, wozu ich berufen worden bin? Ich glaube, dass wichtige Antworten aus folgenden Versen bekommen werden:

 

Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Wie geschrieben steht in den Propheten: »Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird.« »Die Stimme eines Rufenden [ertönt] in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade eben!« So begann Johannes in der Wüste, taufte und verkündigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Und es ging zu ihm hinaus das ganze Land Judäa und die Bewohner von Jerusalem, und es wurden von ihm alle im Jordan getauft, die ihre Sünden bekannten. Johannes aber war bekleidet mit Kamelhaaren und trug einen ledernen Gürtel um seine Lenden, und er aß Heuschrecken und wilden Honig. Und er verkündigte und sprach: Es kommt einer nach mir, der stärker ist als ich, und ich bin nicht würdig, ihm gebückt seinen Schuhriemen zu lösen. Ich habe euch mit Wasser getauft; er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen. Mk1,1-8

Johannes war dazu berufen, derjenige zu sein, der Jesus ankündigen sollte. Doch woher wusste er das? Eine schnelle Antwort könnte lauten: Johannes wusste von seiner Berufung, weil er davon in der Bibel gelesen hatte. Die beiden Propheten Maleachi (Mal3,1) und Jesaja (Jes40,3) hatte ja geschrieben: Es wird eine Person geben, die Jesus von der Wüste aus ankündigen wird. Doch die Frage bleibt: Woher wusste Johannes, dass ER derjenige war, von dem hier die Rede ist? Die Bibel gibt uns einige Antworten:

Gott beruft Menschen durch ein konkretes Reden

Bei Johannes fand dieses konkrete Reden schon vor seiner Geburt statt. In Lk1,13-17 steht, dass ein Engel im Auftrag Gottes die Eltern von Johannes informiert hat, dass ihr Sohn derjenige sein würde, von denen die Propheten Maleachi und Jesaja gesprochen hatten. Sicher haben die Eltern dem Johannes später von diesem Engelerlebnis erzählt. Die Berufung von Johannes wurde also eingeleitet, durch ein konkretes, unmissverständliches Reden von Gott.

Gott bestätigt eine Berufung durch Erfahrungen

Wir wissen nicht genau, wann Johannes anfing, in der Wüste vor Jerusalem über den Messias zu sprechen. Was wir aber wissen ist, dass viele Menschen aufgrund seiner Botschaft zu ihm kamen und etliche sich überzeugen liessen. Wenn niemand zu Johannes in die Wüste gepilgert wäre, dann wäre das ein sicheres Zeichen dafür gewesen, dass etwas mit der Berufung nicht stimmte. Gott bestätigt eine Berufung immer auch dadurch, dass er die Umstände so führt, dass eine Berufung verwirklicht werden kann.

Gott bestätigt eine Berufung durch zusätzliche Offenbarung

Es ist interessant, dass Johannes wusste, dass er nur berufen war, mit Wasser zu taufen, Jesus aber nach ihm mit Heiligem Geist taufen würde. Woher wusste er das? Ich persönlich glaube, dass Gott ihm diese Wahrheit durch seinen Heiligen Geist zusätzlich offenbart hatte. Aus Lk1,15 wissen wir, dass Johannes schon vor seiner Geburt mit dem Heiligen Geist erfüllt worden ist. Aus Joh16,13 wissen, wir dass der Heilige Geist diejenigen, die er erfüllt, in aller Wahrheit leiten wird. Eine Berufung lebt davon, dass der Heilige Geist immer wieder zu einem spricht und die Berufung durch unterstützende Offenbarungen begleitet.

Ich persönlich denke, dass diese drei Elemente, die wir bei der Berufung von Johannes sehen können, auch für uns heute noch gelten. (1) Berufung geht einher mit einem konkreten Reden von Gott. Bei Johannes war es ein Engel. Bei uns können es andere Redensarten sein. Aber jeder Berufung geht ein konkretes Reden von Gott voraus. (2) Hat Gott berufen, dann wird er diesen Ruf durch die Umstände und die Erfahrungen bestätigen. Berufungen, die niemals von anderen Menschen bestätigt werden, sollten hinterfragt werden. (3) Schlussendlich bin ich davon überzeugt, dass der Heilige Geist einen berufenen Menschen immer wieder durch seine Gegenwart und sein Reden bestätigten wird. Das Leben in seiner Berufung ist nicht möglich, wenn der Heilige Geist nicht ständiger und erfahrbarer Wegbegleiter ist.

Hat Gott dir schon seine Berufung für dein Leben gezeigt? Bestätigen deine Erfahrungen den Weg, zu dem du dich berufen glaubst? Und spürst du das Wirken, Reden und Führen vom Heiligen Geist auf deinem Weg? Wenn nicht, dann ist das kein Grund zur Sorge: Die Bibel schreibt von Gläubigen, die erst in hohem Alter von Gott berufen worden sind. Nicht jeder erlebt seine Berufung im Leben so früh wie Johannes. Aber wichtig ist, dass wir unsere geistlichen Augen und Ohren immer auf Empfang geschaltet haben, so dass Gott jederzeit die Möglichkeit hat, in unser Leben hinein zu sprechen. Wie Eingangs beschrieben: Jeder von uns hat eine oder mehrere Aufgabe in diesem Leben! Jeder von uns hat einen oder mehrere Aufträge, die nur er erfüllen kann! Irgendwann im Laufe unseres Lebens wird Gott klar und deutlich zu uns sprechen. Deine und meine Aufgabe besteht darin, im Moment seines Redens parat zu sein!