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Wüstenzeiten sind Trainingszeiten (Mk1,9-13)

Hast du gerade den Eindruck, dass dein Leben voller Steinen und Wiederständen ist? Dann lass dich durch diesen Bibeltext ermutigen. Denn Wüstenzeiten sind im Leben eines Christen normal und sollen dich am Ende mehr Stärken als Schwächen.

 

Und es geschah in jenen Tagen, dass Jesus von Nazareth in Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen ließ. Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er den Himmel zerrissen und den Geist wie eine Taube auf ihn herabsteigen. Und eine Stimme ertönte aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! Und sogleich treibt ihn der Geist in die Wüste hinaus. Und er war 40 Tage dort in der Wüste und wurde von dem Satan versucht; und er war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm. Mk 1,9-13

Dieser Bibeltext ist in einigen Aussagen ungewöhnlich. Zuerst einmal ist da die Taufe von Jesus. Johannes praktizierte ja eine Taufe zur Vergebung der Sünden (Mk1,4). Diese Taufe hatte nicht dieselbe Bedeutung wie unsere christliche Taufe von heute. Und da Jesus keine Sünde im Leben hatten, stellt sich die Frage, wieso er diese Taufe überhaupt an sich geschehen liess? Die beste Antworte lautet für mich: Jesus nahm diese Taufe an, weil er sich mit den Sündern identifizieren wollte.

Die zweite spannende Frage ist, wieso Jesus hier nochmal den Heiligen Geist bekommen hat. Denn im Lukasevangelium steht, dass Jesus schon als Kind in der Kraft vom Heiligen Geist gelebt hat (Lk2,40). Die beste Antwort für mich lautet: Jesus wurde nach seiner Identifikation mit den Sündern sowohl vom Heiligen Geist als auch von seinem Vater in aller Deutlichkeit bestätigt. Denn nicht nur der Heilige Geist kam der Taufe zum ihm. Markus schreibt auch, dass Gott Vater seinen Sohn nach dessen Taufe mit einem Wort der Liebe unterstützt hat (Mk1,11). Jesus bekommt hier also nicht erneut den Heiligen Geist, sondern er bekommt die Zusage, dass die Dreieinigkeit auch während seines Erdenlebens vollumfänglich zusammenbleiben wird!

Und dann gibt es da noch die dritte spannende Aussage im Text: Die Feststellung nämlich, dass der Heilige Geist höchstpersönlich Jesus in die Wüste trieb, wo er dann vom Teufel auf die Probe gestellt werden sollte. Das Wort „treiben“ meint vom griechischen Urtext her eine „gewaltige Kraft, die in eine bestimmte Richtung zwingt“. Jesus wurde vom Heiligen Geist also regelrecht in diese schwierige Situation gezwungen und die Frage ist, wieso?

Ich denke, dass wir hier eine ganz wichtige Aussage für unser Leben ableiten können. Wenn Gott uns beruft, dann gibt er uns die Kraft seines Heiligen Geistes für diese Aufgabe. Aber das bedeutet nicht, dass damit alles ganz einfach wird. Wir sehen an Jesus, dass sogar das Gegenteil der Fall ist. Nach seiner Bestätigung wird Jesus nämlich ganz bewusst von Gott in eine Situation gebracht, wo er beweisen musste, dass er tatsächlich an seine Berufung, seinen Plan und seinem Glauben im Vertrauen festhält. Berufung und Versuchung gehören zusammen. Das sehen wir hier im Leben von Jesus, dass sehen wir aber auch überall sonst in der Bibel. So schreibt Jakobus sogar, dass wir uns über jede dieser Proben freuen dürfen (Jak1,2-4). Denn jede Anfechtung, die wir im Glauben an unseren Vater im Himmel überwinden, hat einen geistlichen Trainingseffekt. Mit jedem siegreichen Überwinden wird unser Vertrauen in Gott fester werden, so dass wir im Laufe der Zeit zu immer effektiveren Mitarbeitern Gottes werden können.

Fühlst du dich gerade von den Umständen in deinem Leben herausgefordert? Fragst du dich gerade, ob Gott überhaupt mitbekommt, dass du am Limit läufst? Hast du den Eindruck, dass dein Weg mit Jesus gerade voll ist von Steinen und Hindernissen? Dann könnte es gut sein, dass du gerade ein geistliche Wüstenzeit erlebst, so wie Jesus sie hier in Mk1,9-13 erlebt hat. Doch vergiss nicht: Solche Wüstenzeiten sind völlig normal für einen Menschen, der mit Jesus unterwegs sein möchte. Der Heilige Geist „treibt“ auch uns immer wieder in solche Situationen hinein, in denen wir unser Vertrauen beweisen dürfen. Wüstenzeiten sind Trainingszeiten aus denen wir gestärkt hinaus gehen sollen.